Weinglossar

58 Begriffe rund um deutschen Wein, kurz erklärt: von der Straußwirtschaft über Einzellage und Prädikat bis zum Federweißen. Was auf den Seiten von openwein.de vorkommt, steht hier.

Ausschank

Straußwirtschaft
Der eigene Ausschank eines Weinguts, nur für einen begrenzten Teil des Jahres geöffnet.
Besenwirtschaft
Der württembergische Name für die Straußwirtschaft — derselbe saisonale Eigenausschank.
Heckenwirtschaft
Der fränkische Name für den saisonalen Eigenausschank eines Weinguts.
Häckerwirtschaft
Fränkischer Name für den Eigenausschank; „Häcker“ ist das alte Wort für den Winzer.
Gutsausschank
Die Gaststätte eines Weinguts — anders als die Straußwirtschaft nicht an eine Saison gebunden.
Weinstube
Gaststätte mit Schwerpunkt auf Wein, oft zum Weingut gehörend, ganzjährig geöffnet.
Vinothek
Der Verkaufs- und Probierraum eines Weinguts oder eines Ortes.
Weinprobierstand
Ein fester Ausschank im Freien, oft in den Weinbergen oder am Ortsrand, meist am Wochenende geöffnet.
Hofverkauf
Der Verkauf von Wein direkt beim Erzeuger, ohne Handel dazwischen.

Betrieb

Weingut
Ein Betrieb, der eigene Reben bewirtschaftet und den Wein daraus selbst erzeugt.
Winzergenossenschaft
Ein Zusammenschluss von Winzern, die ihre Trauben gemeinsam ausbauen und vermarkten.
Weinbau
Der Anbau von Reben zur Weinerzeugung.

Herkunft

Anbaugebiet
Die größte Herkunftseinheit im deutschen Weinrecht — Deutschland hat dreizehn davon.
Bereich
Die Untergliederung eines Anbaugebiets, meist mehrere Gemeinden umfassend.
Großlage
Ein Zusammenschluss benachbarter Einzellagen unter einem gemeinsamen Namen.
Einzellage
Die kleinste Herkunftseinheit: ein zusammenhängender, benannter Weinberg.
Ortswein
Wein aus den Rebflächen eines Ortes, ohne Angabe einer einzelnen Lage.
Gutswein
Der Basiswein eines Weinguts, aus dessen gesamten Flächen.
Lagenwein
Wein aus einer einzelnen benannten Lage, die höchste Herkunftsstufe im Sortiment.
Terroir
Das Zusammenspiel von Boden, Klima, Lage und Handwerk, das einen Wein an seinen Ort bindet.

Weinberg

Steillage
Ein Weinberg mit mehr als 30 Prozent Hangneigung — Handarbeit statt Maschine.
Terrassenlage
Ein Steilhang, der durch Trockenmauern in schmale waagerechte Stufen gegliedert ist.
Schieferboden
Der prägende Boden an Mosel, Mittelrhein und Ahr — speichert Wärme, hält wenig Wasser.
Muschelkalk
Kalkhaltiger Boden aus Meeresablagerungen, prägend für Franken und Teile Württembergs.
Löss
Vom Wind abgelagerter, feinkörniger und tiefgründiger Boden — verbreitet in Rheinhessen und der Pfalz.

Qualität

Prädikatswein
Die oberste Stufe des deutschen Weinrechts, gegliedert nach dem Zuckergehalt des Mostes bei der Lese.
Qualitätswein
Wein aus einem der dreizehn Anbaugebiete, amtlich geprüft und mit Prüfnummer.
Landwein
Stufe unterhalb des Qualitätsweins, mit weiter gefasster Herkunftsangabe.
Kabinett
Das unterste Prädikat — aus normal reifen Trauben, meist leicht und niedrig im Alkohol.
Spätlese
Prädikat aus später gelesenen, reiferen Trauben — nicht zwangsläufig süß.
Auslese
Prädikat aus ausgelesenen, besonders reifen Trauben, oft mit Edelfäule.
Beerenauslese
Süßwein aus einzeln gelesenen, überreifen oder edelfaulen Beeren.
Trockenbeerenauslese
Die höchste Prädikatsstufe: aus rosinenartig eingeschrumpften, edelfaulen Beeren.
Eiswein
Aus Trauben, die gefroren gelesen und gefroren gepresst werden.
Edelfäule
Ein Pilzbefall, der reife Beeren eintrocknen lässt und edelsüße Weine erst möglich macht.
Oechsle
Das Maß für den Zuckergehalt des Mostes — Grundlage der Prädikatsstufen.

Geschmack

Trocken
Wein mit wenig verbliebenem Zucker — die Gärung ist weitgehend durchgelaufen.
Halbtrocken
Geschmacksangabe zwischen trocken und lieblich, mit begrenzter Restsüße.
Feinherb
Keine rechtliche Stufe, sondern eine gebräuchliche Bezeichnung im Bereich halbtrocken.
Restsüße
Der Zucker, der nach der Gärung im Wein verbleibt.

Rebsorte

Riesling
Die wichtigste weiße Rebsorte Deutschlands — spät reifend, säurebetont, lagerfähig.
Müller-Thurgau
Früh reifende weiße Sorte, lange die meistangebaute Deutschlands, mild und säurearm.
Silvaner
Weiße Sorte mit zurückhaltendem Duft, in Franken und Rheinhessen zu Hause.
Spätburgunder
Die wichtigste rote Rebsorte Deutschlands, weltweit als Pinot Noir bekannt.
Grauburgunder
Weiße Sorte mit mehr Körper und weniger Säure als Riesling; als Ruländer süßer ausgebaut.
Weißburgunder
Weiße Burgundersorte, mild und unaufdringlich, ein häufiger Begleiter zum Essen.
Dornfelder
1955 gezüchtete rote Sorte mit tiefdunkler Farbe, in der Pfalz und Rheinhessen verbreitet.
Trollinger
Die württembergische Rotweinsorte schlechthin — hell, leicht, meist jung getrunken.
Lemberger
Kräftige rote Sorte aus Württemberg, in Österreich als Blaufränkisch bekannt.

Keller

Barrique
Kleines Eichenfass von rund 225 Litern, das dem Wein Holznoten und Sauerstoff zuführt.
Stückfass
Das große traditionelle Holzfass — an Rhein und Mosel das übliche Maß.
Sekt
Deutscher Schaumwein mit mindestens 3,5 bar Kohlensäuredruck.
Winzersekt
Sekt aus den eigenen Trauben eines Weinguts, in Flaschengärung ausgebaut.
Federweißer
Teilweise vergorener Traubenmost, süß, trüb und noch in Gärung — nur im Herbst zu haben.

Anlass

Weinfest
Ortsfest rund um den Wein, meist zwischen Frühsommer und Herbst.
Weinprobe
Das geführte Probieren mehrerer Weine, meist beim Erzeuger.
Weinwanderung
Geführte oder ausgeschilderte Wanderung durch die Weinberge, oft mit Einkehr.
Jahrgang
Das Erntejahr der Trauben — und damit das Wetter, unter dem sie gewachsen sind.